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In Libyen getötete Soldaten in der Türkei ohne militärische Ehren beigesetzt

Erst vor wenigen Tagen hatte Präsident Erdoğan zugegeben türkische Soldaten gemeinsam mit Milizen der „Syrischen Nationalarmee“ nach Libyen geschickt zu haben. Dabei soll es auch „ein paar Märtyrer“ gegeben haben, sagte der Staatschef in einer Rede. Über die Identität der getöteten Soldaten war bislang nichts bekannt.

Dennoch dringen erste Informationen an die Öffentlichkeit. Die in Libyen getöteten Soldaten werden ohne militärische Ehren beigesetzt. Das hatten die Journalisten Murat Ağırel und Batuhan Çolak veröffentlich unnd kritisiert. Als Reaktion wurden ihre Twitter- und Emailkonten beschlagnahmt, schreibt ihre Zeitung „Yeniçağ.“

Zuletzt wurde in dem nordafrikanischen Land etwa der Oberst Okan Altınay getötet. Die Familie und Freunde des Soldaten hatten sich empört gezeigt, dass weder das Militär noch das Verteidigungsministerium etwas über den Tod von Altınay veröffentlicht hatten.

Die Geschichte von Oberst Okan Altınay wirft viele Fragen auf. So soll der Offizier nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 zunächst in den vorläufigen Ruhestand versetzt worden sein, weil er Anhänger von Staatsgründer Atatürk sei, so Çolak. Später sei Altınay aber wieder in den Dienst gerufen worden, weil es Bedarf für seinen Dienst gegeben haben soll.

Der Journalist hatte nach seinen Veröffentlichungen zum Tode von Oberst Okan Altınay zahlreiche Drohungen in den sozialen Medien erhalten. „Mein Großvater war einer der ersten Offiziere, die auf Zypern gelandet sind. Mein Vater war Oberst, der in Şırnak gekämpft hat und ich bin Journalist. Denkt nicht, dass der Staat euch gehört,“ ließ der Journalist daraufhin mitteilen.

Ähnliche Fälle wie den von Oberst Okan Altınay gab es auch in Syrien. Ehemalige Armeeangehörige oder Polizisten, die zuvor entlassen wurden , werden wieder in den Dienst versetzt, um in den Krisengebieten zu kämpfen.

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Aufstand im Gefängnis von Batman vermutlich wegen Coronavirus

Im Gefängnis von Batman ist es heute zu einem Aufstand der Gefangenen gekommen. Grund dürfte das neue Amnestiegesetz sein, womit viele Gefangene in Freiheit kommen sollen. Ausgenommen sind aber zehntausende politische Gefangene, die weiterhin hinter Gittern bleiben müssen.

Die Lage dort ist weiterhin unübersichtlich. In den Videos ist zu sehen, wie zahlreiche Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge sich in Richtung Gefängnis machen. Den Rechtsanwälten war es bislang nicht gestattet zu ihren Mandanten ins Gefängnis zu gehen. Auch ist unklar, ob und wieviele Opfer es bislang gegeben hat. Vir deb Gefängnismauern haben sich auch die Angehörigen der Gefangenen  versammelt.

Unter den Gefangenen in der Türkei herrscht große Angst wegen des Coronavirus. Ein Ausbruch würde in den überfüllten und unhygienischen Haftanstalten zu einer Katastrophe führen. Zudem ist auch die medizinische Versorgung der Gefangenen nicht ausreichend gewährleistet.

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Aktuell

„Ohne Ausgangssperre in diesen 5 Städten Zustände wie in Italien“

Der erste Corona-Fall wurde in der Türkei am 11. März bekannt. Seither ist die Anzahl auf über 29.000 gestiegen. Die Zahl der Toten liegt bei 425. Auch die Zahl der Kranken, die intensiv betreut werden müssen, ist stark angestiegen. Nach dem Experten Ismail Cinel sei die Aufnahmekapazitäten bei den Intensivbetten in den Krankenhäusern aber noch nicht überschritten worden. In dem Gespräch mit „Gazete Duvar“ sagt Cinel, dass man noch nicht wisse, wie der Höhepunkt der Corona-Krise aussehen werde. Der Experte schlägt vor, dass es in den Städten Ankara, İstanbul, İzmir, Konya und Kocaeli verboten wird rauszugehen. Dort gebe es die meisten Infektionen mit dem Coronavirus.

Nach Informationen von Gesundheitsminister Fahrettin Koca gebe es in der Türkei 25.466 Intensivbetten. Cinel zufolge müssen dort die Kapazitäten erhöht werden. „In den Städte müssen intensivmedizinische Teams gegründet werden. Diese müssten Patienten ohne Covid-19 in kleinere Privatkrankenhäuser verlegen. Dadurch wird es in den großen Krankenhäusern mehr Platz für Corona-Patienten geben,“ sagt Ciner im Gespräch mit Gazete Duvar.

Auch der Experte Necmettin Ünal von der Universität Ankara warnt im Gespräch mit Gazete Duvar vor Zuständen wie in Italien, wenn nicht soziale Isolationen durchgeführt würden. Vermehrte Tests würden einen Anstieg von Patienten in den Intensivstationen eindämmen, sagt der Experte.

Auch die Expertin und Vorsitzende der Krankenpfleger in der Intensivmedizin (Türk Yoğun Bakım Hemşireleri Derneği) Ebru Kıraner vor den Folgen des Coronavirus. Es gebe zu wenig Pflegepersonal in den Intensivstationen.


Zuletzt hatte der Abgeordnete Ömer Faruk Gergerlioğlu (HDP) die Regierung heftig kritisiert.Über 15.000 erfahrene Ärzte, Pfleger und Wissenschaftler seien nach dem Putschversuch 2016 entlassen worden. Die Regierung weigere sich aber dennoch weiterhin diese erfahrenen Experten trotz Corona-Krise einzustellen.

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Helin Bölek nach 288 Tagen Hungerstreik verstorben

Heute ist Helin Bölek, Mitglied der linken Musikgruppe, nach 288 Tagen Hungerstreik gestorben. „Wir rufen jeden zum Widerstandshaus nach Küçükarmutlu. Helin ist für uns gestorben. Und unsere Aufgabe ist es sie zu verabschieden. Von Ayçe İdil bis zu Helin…Die revolutionäre Kunst wächst weiter,“ ließ die Musikgruppe über Twitter mitteilen.

Bölek wollte mit ihrem Hungerstreik eine Freilassung von Mitgliedern ihrer Musikgruppe erreichen. Sie setzt sich zudem für die Meinungsfreiheit ein und wollte zudem, dass Grup Yorum wieder auftreten darf.

Bölek war zuletzt stark abgemagert und krank. Ihre Mutter Aygül Bilgi hatte zuletzt über den schlechten Zustand der Tochter berichtet: „Sie kann nachts nicht schlafen, weil ihre Nerven entzündet sind. Wegen ihrer starken Schmerzen kann sie nicht schlafen. Ich möchte sehr, dass meine Tochter wieder singt. Ich will nicht, dass mein Kind stirbt. Wollt ihr diese tollen Menschen nicht auf der Bühne sehen. Deswegen bitte ich euch, tut etwas und tut es schnell.“

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