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Wirtschaft

Scheinreichtum in der Türkei – Per Kreditkarte in den Tod 

2019 konnten in der Türkei etwa fünf Millionen Menschen ihre Kreditschulden nicht zurückzahlen. Das geht aus Informationen der türkischen Bankenvereinigung (Türkiye Bankalar Birliği) hervor. Demnach konnten 2,5 Millionen Personen ihre Kredite, sowie 2,7 Millionen  weitere Personen ihre Kreditkartenschulden nicht mehr zurückzahlen. 

Die türkische Oppositionspartei CHP kritisiert die schlechte wirtschaftliche Lage der Türkei, die die Bürger immer mehr zu spüren bekämen. Schuld daran sei die schlechte Wirtschaftspolitik der Regierung. Der stellvertretende Parteivorsitzende Aykut Erdoğdu (CHP) sieht einen Zusammenhang zwischen den erdrückenden Kreditlasten und den steigenden Selbstmordfällen. Der Partei-Vize glaubt, dass Menschen, die sich in dieser Zwickmühle befinden, sich immer mehr für den Tod entscheiden: “Laut Zahlen des türkischen Statistikinstituts TÜIK begehen in der Türkei derzeit 8,6 Menschen pro Tag Selbstmord. Das ist eine enorme Zahl.”

175 Tausend Personen wegen Zahlungsproblemen beim Inkasso

Die aktuellen Zahlen aus 2020 zeigten zudem, dass dieser Wert wahrscheinlich noch weiter steigen wird. Aus diesem Grund erwartet der Oppositionspolitiker von der Regierung die Einleitung entsprechender Maßnahmen: “Sonst wird diese Lage noch mehr Menschenleben kosten.” Konkret fordert der Oppositionspolitiker Lösungen bei den vielen Kreditschuldnern: “Es muss dringend etwas unternommen werden,“ mahnt der Politiker an. So müsse dringend ein Fonds gegründet werden. Ansonsten seien soziale Unruhen nicht mehr vermeidlich.

Der CHP-Vize Erdoğdu orientiert sich bei seiner Prognose an offiziellen Zahlen. Demnach seien 97 Tausend Fälle von Privatkrediten und 78 Tausend Kreditkartenschulden vor Gericht. 

“Geringe Löhne treiben Bürger in die Insolvenz”

In der Türkei seien derzeit rund 2,5 Millionen Menschen mit Privatkrediten und 2,7 Millionen Kreditkartennutzer zwar noch nicht in einem juristischen Prozess, aber davon akut gefährdet, so Erdoğdu. Der Politiker bezieht sich auf die Zahlen der Bankenvereinigung. 

 “In dieser Wirtschaftslage kommen die Menschen nicht mehr über die Runden. Deshalb mussten sie Kredite aufnehmen. Doch wegen der  steigenden Inflation und immer höherer Preise können die Leute ihre Schulden nicht mehr zurückzahlen,“ so Erdoğdu.

 

 

Wirtschaft

Türkei: Steuereinnahem sinken, Staatsausgaben steigen

Die Wirtschaftszahlen in der Türkei sind besorgniserregend: Im vergangenen Mai sind die Steuereinnahmen um7,6 Prozent auf 55, 3 Mrd. TL zurückgegangen. Gleichzeitig sind die Ausgaben für Zinsen um 21.8 Prozent gestiegen. Das Haushatltsdefizit für die ersten fünf Monaten dieses Jahres betragen damit 90,1 Mrd. TL.

Gleichzeitig sind auch die Ausgaben im Sicherheitsbereich gestiegen: Im Mai wurden in dem Bereich 751,6 Millionen TL ausgegeben. Insgesamt wurden in den ersten fünf Monaten des jahres sogar hier 2,048 Mrd. TL ausgegeben. Auch bei der staatlichen Gesundheitskasse “SGK” stiegen die Ausgaben. 14,8 Mrd. TL musste der Landeshaushalt alleine im Mai an die SGK an Hilfen überweisen. Zwischen Januar und Mai lag diese Summe sogar bei 58,4 Mrd. TL.

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Wirtschaft

16 Millionen Arbeitslose in der Türkei

Die türkische Maschinenbauer-Kammer sorgt sich angesichts von 16 Millionen Arbeitslosen um die Zukunft der Wirtschaft des Landes. Der Rückgang in der Produktion habe abschreckende Wirkung für Investoren.

In ihrem Bericht für den Monat Mai hat die türkische Maschinenbauer-Kammer (MMO) die schlechte wirtschaftliche Lage des Landes kritisiert. Inzwischen gebe es in dem Land 16 Millionen Arbeitslose. Nur ein Viertel bekäme staatliche Unterstützung.

Einbruch in der Produktion

Die Corona-Krise habe zu der immer wachsenden Schwäche in der türkischen Wirtschaft geführt. Die Einnahmen und Ausgaben klafften weit auseinander und die Produktion sei eingebrochen, warnten die Experten. Im März, in dem die Pandemie angefangen hatte, schrumpfte die Industrieproduktion im Vergleich zum Vormonat um sieben Prozent. In manchen Bereichen sei der Einbruch sogar größer.

12 Millionen Arbeitslose bekommen keine Unterstützung

Der Einbruch in der Wirtschaft hat auch zu einem starken Anstieg in der Arbeitslosigkeit geführt. Nehme man etwa die Gruppen wie die arbeitenden 15-17 Jährigen, der Freiberufler oder die über 65-Jährigen, die wegen der Corona-Maßnahmen das Haus nicht verlassen dürfen, käme man auf 16 Millionen Arbeitslose, wovon nur ein Viertel Unterstützung, kritisiert die Kammer in ihrem Bericht.

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Wirtschaft

Ungewissheit in der Türkei verunsichert Tourismusbranche

Die Corona-Maßnahmen in der Türke treffen besonders die Tourismusbranche. Wer in das Land einreist muss zunächst für 14 Tage in Quarantäne. Das schreckt Touristen ab. Hotelbetreiber und Gastronomie sind empört. Die Tourismusunternehmer verlangen daher die Anerkennung der Coronatests in den Heimatländern der Touristen.

Auch ein Test an den Flughäfen lehnen die Unternehmer ab. „Ich habe versucht zu erklären, dass so etwas nicht schön ist. Die Touristen können das in den Flughäfen ihrer Heimatländer machen. Auch bei ihren eigenen Ärzten können sie das machen und mit einem entsprechenden Attest in das Land kommen,“ sagte das Vorstandsmitglied der schweizerischen Bentour Reisen, Kadir Uğur, der Zeitung „Cumhuriyet.“

Kritisiert wird auch die Ungewissheit bei der Hotelsteuer. „Wie soll das alles geregelt werden, niemand weiß es. Wir machen derzeit die Verträge für das kommende Jahr. Die Hotels gehen unterschiedlich vor. Die einen wollen die Steuer von den Kunden erheben und die anderen vom Reiseveranstalter,“ so Uğur.

Der Einbruch in der Tourismusbranche würde das Land sehr hart treffen. Es gehört zum wichtigsten Wirtschaftszweig des Landes und bringt einen Großteil der Devisen ein.

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