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Staatssender TRT stellt für Flüchtlinge Routen nach Europa vor

Nach dem verheeren Luftschlag gegen türkische Soldaten in Idlib hat Präsident Erdoğan mit seiner Drohung Ernst gemacht. Flüchtlinge, die das Land in Richtung Westen verlassen wollen, werden nicht mehr aufgehalten. In vielen Städten werden sogar kostenlose Busse zu Verfügung gestellt, die die Flüchtlinge kostenlos in die Grenzstadt Edirne bringen.

Offenbar versucht Ankara mit aller Macht möglicht viele Flüchtlinge in Richtung EU zu bewegen. Der arabische Dienst des Staatsfernsehens TRT hat sogar mehrere Routen für die Flüchtlinge vorgestellt. Auf Twitter hatte TRT die Routen als “Weg nach Frankreich” bezeichnet.

Flüchtlinge könnten so von Idlib über Kayseri, Istanbul und Edirne Griechenland und Bilgarein den Balkan erreichen. Von hier aus könne man per Landweg Österreich, Deutschland und Frankreich erreichen. Die gelbe Route wurde als “wilde und schwierige Route” gekennzeichnet.

Der arabische Dienst von TRT stellte auch Routen auf dem Seeweg vor. So könne man über Muğla Bodrum, Aydın Kuşadası, İzmir Çeşme und Balıkesir Ayvalık per Boot auch Griechenland erreichen. Von dort aus könne man dann weiter per Seeweg Italien erreichen.

Unterdessen tauchen in den Sozialen Medien Vdeos auf, in denen Flüchtlinge in der Türkei von aufgebrachten Nationalisten angegriffen werden. In der Stadt Elbistan und Kahramanmaraş hatte es Progrom-ähnliche Stimmung gegen Flüchtlinge gegeben. Dort hatten Nationalisten auch Geschäfte von Flüchtlingen angegriffen.

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Coronavirus: Auch türkische Ärzteverinigung zweifelt an offiziellen Zahlen

Die Zweifel an den Zahlen zum Coronavirus in der Türkei werden immer größer. So hatte der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca am Donnerstag Abend bekannt gegeben, dass es bei 3.629 Fällen lediglich 75 Tote gegeben haben soll.

Inzwischen zweifelt auch die türkische Ärztevereinigung TTB (Türkiye Tabipler Birliği) an den offiziellen Zahlen und fordert, dass die Zahlen getrennt nach Geschlecht, Alter und Stadt veröffentlicht werden. „Wir bekommen nur Zahlen zur Epidemie nur von Twittermeldungen von Gesundheutsminister Fahrettin Koca. „Es ist nicht voretilhaft, keine Zahlen von den Internetseiten des Gesundheitsministeriums oder anderer Behörden zu bekommen,“ so die türkische Ärztevereinigung in ihrer Mitteilung.

Immer wieder waren in den Tagen Videos in den sozialen Medien veröffentlicht worden, in denen Corona-Tote beerdigt wurden. Eine Frau aus Çanakkale hatte die Beerdigung ihres Vaters ins Netz gestellt und gesagt, dass es in der Stadt offiziell keine Toten gegeben haben soll.

Die Ärztevereinigung fordert von der Regierung zudem, dass die Bevölkerung Wasser kostenlos bekommt. Die wichtigste Schutzmaßnahme sei schließlich das Händewaschen. Schließlich seien 45 % der Bevölkerung von Armut betroffen. Konkret sollen die Menschen pro Person am Tag 150 Liter kostenlos Wasser erhalten.

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Erneut HDP-Bürgermeister durch Zwangsverwalter ersetzt und festgenommen

Der türkische Innenminister hat mit einer Anordnung die Bürgermeister Batman, Silvan, Lice, Eğil und Ergani zunächst durch Zwangsverwalter ersetzt und anschließend festgenommen. Alle Bürgermeister sind Mitglieder der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Die Maßnahme hatte Innenminister Süleyman Soylu angeordnet.

Vor den Amtssitzen hat die Polizei Barrikaden errichtet. Mitarbeiter durften nicht an ihren Arbeotsplatz und wuden nach Hause geschickt. In Batman wurde auch die Straße vor dem Amtssitz des Bürgermeister für den Verkehr gesperrt. Zus ehen waren auch gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte. Bei Protesten vor dem Amtssitz wurden 10 Personen festgenommen.

Bei den Regionalwahlen im März vergangegen Jahres hatte die HDP die Bürgermeister in 65 Städten und Gemeinden gestellt. Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Mezopotamya“ wurden 37 Bürgermeister durch Zwangsverwalter ersetzt. Zuletzt wurde der ebenfalls durch einen Zwangsverwalter ersezte und anschließend verhaftete HDP-Bürgermeister von Diyarbakır, Selçuk Mızraklı, wegen Terrorismusdelikten zu 9 Jahren und 4 Monaten Haft verurteilt.

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Ärztekammer Diyarbakir: „Keine Testmöglichkeiten und keine Schutzkleidung für Gesundheitspersonal“

Die Angst um das Coronavirus hält die Türkei fest in ihrem Griff. Immer mehr Fälle von Infizierten werden bekannt. Und jetzt gehen langsam die Ärzte auf die Barrikaden. Der Vorsitzende der Ärztekammer von Diyarbakır, Şerif Demir, beklagt die mangelhafte Ausstattung von Krankenhäusern und Ärzten. Es fehle in den Krankenhäusern an Möglichkeiten zum Testen. Zudem hätte das Gesundheitspersonal nicht ausreichend Schutzkleidung und Atemschutzmasken um sich vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen.

Demir kritisiert, dass die Menschen in der Provinz Diyarbakır Angst hätten und es Panikstimmung gäbe. Es müsse dringlichst etwas unternommen werden. Derzeit müsste die Ärzte die Proben von Verdächtigen nach Ankara schicken. Es müsste aber die Krankenhäuser vor Ort über Testmöglichkeiten verfügen.

Nach offiziellen Angaben sollen lediglich 98 Personen mit dem gefährlichen Virus infiziert worden sein. Nur eine Person sei an den Folgen gestorben. Doch daran Zweifeln viele und lassen ihren Emotionen in den Sozialen Medien freien lauf. So sollen Dutzende Pilger, die aus Saudi Arabien gekommen waren und in Quarantäne gesteckt wurden, ausgebrochen sein.

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