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Menschenrechte

Künstler, Autoren und Politiker fordern Freiheit für politische Gefangene

Die Corona-Krise hält die Türkei weiter in ihrem Griff. Gesundheitsminister Fahrtetin Koca hat die aktuellen Zahlen veröffentlicht. In den vergangenen 24 Stunden sollen demnach weitere 79 Menschen ums Leben gekommen sein. Die Zahl der durch das Coronavirus gestorbenen ist damit auf 356 gestiegen. Insgesamt liege die Zahl der Infizierten inzwischen bei 18.135. Bei 82 Prozent der Todesfälle in den vergangenen 24 Stunden handelt es sich um Personen über 60 Jahren.

Unterdessen wird der Druck auf die Regierung wegen des anstehenden Amnestiegesetzes immer größer. Mit dem neuen Vorhaben sollen Gefangene aus den Haftanstalten entlassen werden. Ausgenommen wären aber politische Häftlinge. Diese wurden wegen Terrordelikte verurteilt. In den Gefängnis würde ein Ausbruch verheerende Folgen haben.

Deswegen fordern immer mehr Künstler, Autoren und Menschen aus der Politik die Regierung von Präsident Erdoğan auf politische Gegner nicht von der Amnestie auszuschließen. Hier einige Stimmen:

Lale Mansu (Schauspielerin): „Wie auch die UN von euch verlagt will ich auch, dass politische Häftlinge in das Amnestiegesetz eingeschlossen werden. Wenn ihr nur ein wenig Gewissen habt werdet ihr das tun.“

Akın Birdal (Politiker): „Zuerst müssen poltische Gefangene wie Journalisten, Menschenrechtler, Rechtsanwälte, Autoren und Studenten freigelassen werden. Die Geleichheit im Amnestiegesetz wird den Bedürfnissen der Gesellschaft gerecht und einen wichtigen Schritt in Richtung gesellschaftlichen Frieden machen. Es muss eine Gleichheit im Amnestiegesetz geben. Die Tore der Gefängnisse sollen geöffnet werden damit jeder zu Hause sein kann.“

Eren Keskin (Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin): „Die Verfassung der Türkei, die von Putschisten geschrieben wurde, sagt in Artikel 10: ´Jeder ist vor dem Gesetz gleich.´ Deswegen verstößt eine Ungleichheit im Amnestiegesetz gegen die Verfassung.“

Aus der Literatur fordern u.a. Freiheit für politische Gefangene:

Şükrü Erbaş, Ahmet Telli, Hicri İzgören gibi isimlerin yanı sıra oyuncular Lale Mansur, Jülide Kural, Deniz Türkali, Suavi, Feryal Önel, dansçı Zeynep Tanbay und Gülten Kaya.

Aus der Politik:

Nuray Mert, Eren Keskin, Canan Kaftancıoğlu, Akın Birdal, Ufuk Uras, Gülseren Onanç, Vahap Coşkun, Mehmet Altan, Ali Bayramoğlu, Neşe Özgen, Sevtap Yokuş, Onur Hamzaoğlu.

Menschenrechte

Aziz Çelik: Das unendliche Leid politischer Gefangener in der Türkei

Aziz Çelik gehört zu den Häftlingen in der Türkei, die krank sind und dennoch weiter im Gefängnis bleiben müssen. Vor 10 Wochen hatten die Ärzte bei dem Familienvater eine Leberzirrhose festgestellt. Seine Geschichte zeigt die ausweglose Situation der Gefangenen in den türkischen Haftanstalten.

Von Sevinç Özarslan

(Aus dem Türkischen von Sven Weber)

Aziz Çelik ist seit rund vier Jahren im Gefängnis von Kilis inhaftiert. Am 28. Mai wurde er in die Universitätsklinik von Gaziantep gebracht. Weil das Krankenzimmer für Häftlinge abgeschlossen war, musste der kranke Mann zwei Stunden in Handschellen mit zwei Soldaten an seiner Seite auf den Arzt warten. Bold hat mit einem angehörigen des Mannes gesprochen.
Bereits einen Tag zuvor wurde der Mann vom Krankenhaus in die Universitätsklinik von Gaziantep gebracht. Dort wurde er ins Krankenzimmer für Gefangene verlegt.

Bewacher wollen nicht im Krankenhaus bleiben

An dem Tag hatten die Ärzte eine Blutprobe von dem Mann entnommen. Nach einem anschließend Gespräch mit dem Arzt brachten die Bewacher den kranken Mann wieder zurück ins Gefängnis. Auf eine Anfrage von Çelik erwiederten die Wachen, dass der Arzt es so wollte. Um 21 Uhr war der Mann wieder in seiner Zelle in Kilis.

Am nächsten Morgen um 8.00 Uhr musste der Gefangene wieder ins Krankenhaus gefahren werden. Auch dann gab es massive Strapazen für den kranken Mann. Weil die Schlüssel ein anderer Bewacher mitgenommen hatte, musste der Mann wieder in den Krankenhaus-Fluren warten. Die Blicke der Menschen in dem Krankenhaus hatten dem Mann erneut zugesetzt. Weil der Mann aus Gaziantep ist, kannte er viele der Menschen in dem Krankenhaus, die ihn neben ihren Blicken auch mit Fragen konfrontierten.
Nach dem Tests bei dem Durchgeführt wurden, wurde der Mann um 12 Uhr erneut ins Gefängnis zurückgebracht.

Seit über 40 Tagen in Corona-Einzelhaft

Die Strapazen halten für den Mann weiterhin an. Eine Woche vor dem Ramadan Monat wurde der Mann ins Krankenhaus gebracht. Als er zurückgebracht wurde, steckt man Çelik in Quarantäne-Einzelhaft. “Eine vor dem Ramadan-Monat wurde er unter Quarantäne genommen. Siet 40 Tagen befindet er sich dort. Seiner Psyche geht es sehr schlecht. Er hat Angst dort alleine zu sterben. Die Therapie seiner Krankheit dauert drei Jahre. Derzeit ist er im Gefängnis von Kilis. Nach etwa zehn Tagen muss er erneut ins Krankenhaus und muss dann erneut in Quarantäne. Das wird nicht aufhören,” sagte uns ein Angehöriger von Aziz Çelik.

Keine ordentliche Therapie bekommen

Bereits vor seiner Festnahme hatte der Mann an Asthma gelitten. Er litt an Appetitlosigkeit; starke,Gewichtsverlust, Wasseransammlungen an Bauch und Füßen. Der Angehörige des Mannes sagte zu Bild, dass Aziz Çelik bislang noch keiner ordentlichen Therapie bekommen hatte.

“Seiner Psyche geht es sehr schlecht. Er wird ständig ins Krankenhaus hin- und hergebracht. Der Arzt sagt, dass eine Therapie sehr lange dauern wird. Noch immer hätten die Ärzte nicht herausfinden können, was die Ursache für die Leberzirrhose sei,” erzählte der Angehörige Bold.

Justizangestellter in Kilis

Aziz Çelik arbeitet vor seiner Festnahme als Justizangestellter in Kilis. Wegen Terrorismus-Delikten wurde der Mann am 3. August 2016 festgenommen. Nachdem er rund vier Monate im Gefängnis von Gaziantep inhaftiert war, wurde er in die Haftanstalt von Kilis verlegt. Die Richter begründeten ihr Urteil damit, dass der Mann in Gesprächskreisen der Gülen-Bewegung (“Sohbet”) teilgenommen hatte und die Messenger-App “ByLock” benutzt habe. Sein Fall liegt zur Berufung dem Kassationshof vor.

Der Text wurde für die deutsche Übersetzung redaktionell bearbeitet. Das Original finden Sie hier.

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Menschenrechte

Kranker Gefangener Lütfü Koç: „Sie lassen mich hier sterben!“

Bei seinem letzten Telefongespräch aus dem Gefängnis mit seiner Familie sagte Lütfü Koç: “Sie lassen mich hier sterben.” Der kranke Mann ist wie viele andere Gefangene in der Türkei verzweifelt.

Von Sevinç Özarslan

(Aus dem Türkischen von Sven Weber)

Lütfü Koç ist krank und sitzt im Gefängnis von Menemen in Izmir. Bei seinem letzten Telefongespräch mit seiner Ehefrau Züleyha zeigt der kranke Mann sich sehr besorgt. “Sie lassen mich hier sterben.” Koç wurde am 20 Mai 2019 wurde festgenommen. Seit Juni 2019 wartet er darauf, dass bei ihm eine Endoskopie und Kolonoskopie durchgeführt wird. Sein Arzt hatte ihm zuvor gesagt, dass er möglicherweise Krebs hat und das bei ihm eine Endoskopie und Kolonoskopie durchgeführt werden müsse. Seit er im Gefängnis wird, konnte er seine medizinischen Untersuchungen nicht mehr fortsetzen. Zudem hat der Mann zwei Zysten in seinem Gehirn.

Bei dem Telefongespräch erzählte der Mann seiner Frau, dass es auch eine Anschwellung auf seiner rechten Bauchseite gäbe. Der Gefängnisarzt hatte das als “anormal” bezeichnet. Dennoch durfte Koç ins Gefängnis verlegt werden. “Sie lassen mich hier sterben,” sagte der Mann seiner Frau.

“Schon drei Mal musste ich auf die Notaufnahme, aber das durfte ich nicht. Die rechte Seite meines Bauches ist angeschwollen. 12 bis 13 Stunden muss ich jeden Tag mis Ausstoßen und Brechen verbringen. Der Arzt hat den Verdacht auf Krebs. Niemanden interssiert das hier. Ich durfte aber auf die Sanitätsstation des Gefängnisses. Der Arzt dort ist absolut uninteressiert. Wegen des Coronavirus bringen sie Gefangene nur ins Krankenhaus, wenn Todesgefahr besteht. Sie wollen mich hier nicht rauslassen. Mir geht es nicht gut. Ich schlafe hier auf dem Boden.”

Staatsanwalt erreichen unmöglich

Die Ehefrau des Gefangenen und sein Rechtsanwalt wollen Anträge beim zuständigen Staatsanwalt stellen. Dieser sei aber nicht erreichbar. “Seit zwei Wochen ist der Rechtsanwalt schon zum Gericht gegangen. Der Staatsanwalt ist nicht da. Unsere einzige Hoffnung ist, dass Menschenrechtler unsere Stimme erhören,” so Züleyha Koç.

Alleine mit behindertem Kind

Züleyha Koç hat es besonders schwer. Sie muss sich um ihre zwei kranken Kinder kümmern, eines davon ist schwerbehindert. Zudem hat sie noch eine 80 Jahre alte Mutter, um die sich die Ehefrau des kranken Mannes ebenfalls kümmern muss. Sie hat einen Brief an das Gericht geschrieben.

“Ich bin Zeliha Koç, die Mutter eines schwerkranken Kindes. Mein vierjähriger Sohn leidet an Epilepsie. Er kann weder sehen, sprechen noch laufen. Damit er sich sicher fühlt, will er ständig, dass seine Hand festgehalten werden. Er kann nicht schlafen, ist pflegebedürftig und es muss ständig jemand bei ihm sein. Meine Tochter ist 11 Jahre alt. Als sie auf die Welt kam, wurde sie krank. Sie hatte eine schwere Zeit. Doch sie lebt. Mit 10 Jahren bekam sie dann eine Krankheit an ihren Muskeln. Sie leidet an Muskelschwund. Wir hatten anstrengende und schlaflose Nächte. Hatten wir uns mit meinem Mann gemeinsam unterstützt so bin ich jetzt komplett auf mich alleine gestellt. Ich bin in einer ausweglosen Situation und ich bin ein Einzelkind. Ich muss mich alleine um meine 80.jährige Mutter kümmern. Das Leben ist jetzt noch schwerer geworden. Bitte zeigen Sie Mitgefühl Sie haben doch auch Kinder, eine Ehepartnerin und eine Mutter.

Mein Mann hat am 29, April 2019 nicht einmal sich von seinen Kindern verabschiedet, weil er dachte, dass er wiederkommt.
Er wurde im Gerichtssaal verhaftet, zu dem alleine hingefahren war. Ich bitte Sie, lassen Sie meine Kinder nicht mit ihren Tränen in den Augen. Wir brauchen Hilfe, meine Kinder brauchen ihren Vater. Bitte lehnen Sie unsere Bitte nicht ab. Ich bitte sie als eine innerlich zerstörte Frau und Mutter. Wir sind am Ende.”

Der Text wurde für die deutsche Übersetzung redaktionell bearbeitet. Das Original finden Sie hier.

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Menschenrechte

Vom Gastarbeiter in Bottrop zum politischen Häftling in der Türkei

Während des Ramadan-Festes hatte Celal Bülbül Studenten zum #Fastenbrechen “Iftar” eingeladen und ihnen Lebensmittel geschenkt. Deswegen sitzt der 72-Jährige seit rund 10 Monaten im Gefängnis von Çorum.

Von Sevinç Özarslan

(Aus dem Türkischen von Sven Weber)

Seit neuneinhalb Monaten sitzt Celal Bülbül (72) schon im Gefängnis von Çorum. Er konnte einige Tage vor dem Ranadan-Fest mit seiner Frau telefonieren. In einem Gespräch mit Bold berichtet uns die Ehefrau des Gefangenen über das Telefonat und die Verhältnisse in Haft. “Wir beten dafür, dass wir am Ramadan-Fest alle zu Hause sein können.” Dabei soll Bülbül geweint haben, erzählt seine Ehefrau. Danach soll er nur noch “es sind jetzt neuneinhalb Monate her, seit ich ins Gefängnis gesteckt wurde.”

“Ich habe die Berge, die Steine vermisst”

“Etwas später hat er sich wieder gefangen.Hoffentlich diese Tage bald der Vergangenheit an. Ich habe die Wälder, Berge und sogar Steine vermisst. Am 1 Juni sollen wieder Gefangenenbesuche erlaubt sein. …Es sind jetz neuneinhalb Monate vergangen, dass ich ins Gefängnis kam,´ sagte er.”

“Er schläft unter den Treppen”

Vor rund drei Wochen war Bülbül die Treppen heruntergefallen, weil ihm schwindelig war. Der Mann leide an verschiedenen Krankheiten. Wegen der Inhaftierung habe der Mann seine Therapien nicht beenden können. Der Mann müsse regelmäßig Magenspiegelungen bekommen, erzählt uns seine Ehefrau. Es bestehe zudem die Gefahr einer Erblindung. Wegen seines hohen Blutdrucks nehme der Mann seit 20 Jahren Medikamente ein. Weil es keinen Platz mehr in der Zelle gäbe, schlafe der Mann unter den unter den Treppen.

“Ich würde sterben, wenn ich in Quarantäne käme”

Bülbül leide auch an verschiedenen Phobien: Geschlossene Räume und unkelheit machten dem Mann immer Angst. Vergangene Woche durfte er dann mit seiner Familie telefonieren und erzählt über seinen Zustand im Gefängnis von Çorum.

“Ich hatte wegen meiner Schwindelgefühle im November 2019 einen Termin beim Arzt. Als ich verhaftet wurde, wurde daraus nichts. Hier bekommst du keine Medikamente, wenn du es möchtest. Du kannst auch nichts ins Krankenhaus. Denn sowohl vorher als auch im Anschluss muss man dann für zwei Wochen in Quarantäne. Ich sagte, ich würde sterben. Ich kann weder im Dunkeln, noch im Engen oder Alleine bleiben. Das sind Krankheiten. Ich habe sogar Angst im Aufzug alleine zu sein.

“Der Arzt sagte, ich könne blind werden”

Ich brauche Augentropfen. Meine Augen trocknen aus. Ich habe einen gelben Fleck im Auge. Manchmal sehe ich alles vernebelt. Der Arzt in Ankara sagte, dass es am Ende mit Blindheit enden wird. Damals bekam ich auch Vitamintabletten. Hier gibt es solche Möglichkeiten nicht.

“Bei mir muss regelmäßig eine Endoskopie gemacht werden”

Ich leide seit 20 Jahren an Blutdruckproblemen. Ich muss morgens und abends verschiedene Blutdrucktabletten einnehmen. Ich habe auch starke Magenprobleme. Ich musste regelmäßig eine Endoskopie bekommen. Das geht jetzt nicht mehr.“

Zwei Mal festegnommen

Bülbül wurde im Rahmen der Ermittlungen gegen die Gülen-Beegung im September 2016 festgenommen. Der seit neuneinhalb Monaten imGefängnis von Çorum einsitzende Celal Bülbül wurde inzwischen zu einer Gefängnisstafe von sechs Jahren und drei Monaten verurteilt und wurde dann aber freigelassen. Als dann das Urteil vom Kassationshof bestätigt wurde, musste der Mann am 9. August wieder zurück ins Gefängnis.

Der kranke Celal Bülbül muss jetzt bis mindestens Juli 2022 im Gefängnis bleiben. Immer wieder starben Gefangene in türkischen Gefängnissen, weil sie krank waren und nicht ausreichend medizinisch evrsorgt wurden. Der dreifache Vater hat zudem eine Tochter, die Lungenkrebs hat. Nachdem ihr Vater ein zweites Mal ins Gefängnis gekommen war, hat sich auch ihre gesundheitliche Lage verschlechtert.

Celal Bülbül hatte es nicht immer einfach: 1973 ging der Mann nach Bottrop um in einer Kohlegrube zu arbeiten. 10 Jahre lang arbeitete der Mann hier. Dann tauchen bei ihm Krankheiten auf und er wurde in den Vorruhestand versetzt. 1987 kehrte Bülbül zurück in seine Heimat Çorum. Seither engagiert sich der Frührentner sozial. Er gab Studenten im Ramadan Essen aus und versorgte sie mit Lebensmitteln. Nach dem Putschversuch wird der Mann von seinem Schneider und seinen Mietern denunziert. Danach wurde er festgenommen.

“Er hat uns zum Fastenbrechen (Iftar) eingeladen”

Insgesamt hatte vier Personen gegen Celal Bülbül ausgesagt:

Die erste Zeugin war eine Studentin aus der Nachbarwohnung. “Er hat uns bei sich zum Fastenbrechen (Iftar) eingeladen,” sagte sie aus. Die Zeugin fuhr aus Istanbul 16 Stunden nach Çorum und konnte nur das über den alten Mann sagen. Zwar fragte der Richter, ob sie nur deswegen aus Istanbul gekommen sein umd das zu sagen, aber an seinem Urteil änderte das nichts.

Grund der Beschwerde der Mieter: Nicht ans Telefon gegangen

Die zweite und dritte Aussage gegen ihn machten zwei seiner Mieter. In der Putschnacht vom 15. Juli 2016 befand sich Bülbül bei seiner Tochter in Maraş. Sie konnte ihn an diesem Tag nicht erreichen. Das hatte bei den Mietern zu der Annahme geführt auch an dem Putsch beteiligt gewesen zu sein und hatten ihren Verdacht dem Amt des Ministerpräsidenten mitgeteilt. Hatten sich die “Zeuge” anfangs geweigert vor Gericht ihre Aussage zu wiederholen, tauchten sie erst am dritten Prozesstag auf. “Ihr lebt im Haus des Angeklagten und zeigt ihn auch noch an,” kritisierte der Richter die Mieter. Auch das hat am Urteil nichts geändert.

“Er hat ein Sack Mehl von mir genommen um sie den Studenten zu geben”

Die vierte Aussage machte ein sog. geheimer Zeuge. “Er hat ein Sack Mehl von mir gekauft um sie Studenten zu geben, die der Gülen-Bewegung angehören. Eine weitere Aussage gegen den kranken Mann hatte sein Schneider gemacht, dem er schon oft geholfen hatte. Der Mann wusste, dass sich Bülbül in der Putschnacht bei seiner Tochter aufhielt. Dennoch ging er auf Polizeirevier, dasss der alte Mann noch nicht festgenommen wurde. Zwar hatte der Schneider seine Aussage gegen ihn bereut und es widerrufen, aber die Aussage war schon in die Anklageschrift aufgenommen.

Der Text wurde für die deutsche Übersetzung redaktionell bearbeitet. Das Original finden Sie hier.

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