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„Ohne Ausgangssperre in diesen 5 Städten Zustände wie in Italien“

Der erste Corona-Fall wurde in der Türkei am 11. März bekannt. Seither ist die Anzahl auf über 29.000 gestiegen. Die Zahl der Toten liegt bei 425. Auch die Zahl der Kranken, die intensiv betreut werden müssen, ist stark angestiegen. Nach dem Experten Ismail Cinel sei die Aufnahmekapazitäten bei den Intensivbetten in den Krankenhäusern aber noch nicht überschritten worden. In dem Gespräch mit „Gazete Duvar“ sagt Cinel, dass man noch nicht wisse, wie der Höhepunkt der Corona-Krise aussehen werde. Der Experte schlägt vor, dass es in den Städten Ankara, İstanbul, İzmir, Konya und Kocaeli verboten wird rauszugehen. Dort gebe es die meisten Infektionen mit dem Coronavirus.

Nach Informationen von Gesundheitsminister Fahrettin Koca gebe es in der Türkei 25.466 Intensivbetten. Cinel zufolge müssen dort die Kapazitäten erhöht werden. „In den Städte müssen intensivmedizinische Teams gegründet werden. Diese müssten Patienten ohne Covid-19 in kleinere Privatkrankenhäuser verlegen. Dadurch wird es in den großen Krankenhäusern mehr Platz für Corona-Patienten geben,“ sagt Ciner im Gespräch mit Gazete Duvar.

Auch der Experte Necmettin Ünal von der Universität Ankara warnt im Gespräch mit Gazete Duvar vor Zuständen wie in Italien, wenn nicht soziale Isolationen durchgeführt würden. Vermehrte Tests würden einen Anstieg von Patienten in den Intensivstationen eindämmen, sagt der Experte.

Auch die Expertin und Vorsitzende der Krankenpfleger in der Intensivmedizin (Türk Yoğun Bakım Hemşireleri Derneği) Ebru Kıraner vor den Folgen des Coronavirus. Es gebe zu wenig Pflegepersonal in den Intensivstationen.


Zuletzt hatte der Abgeordnete Ömer Faruk Gergerlioğlu (HDP) die Regierung heftig kritisiert.Über 15.000 erfahrene Ärzte, Pfleger und Wissenschaftler seien nach dem Putschversuch 2016 entlassen worden. Die Regierung weigere sich aber dennoch weiterhin diese erfahrenen Experten trotz Corona-Krise einzustellen.

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Sechster Jahrestag des Unglücks von Soma

Auch sechs Jahre nach dem Bergwerksunglück von Soma hat sich in der Türkei nicht viel geändert. Während die Hinterbliebenen der 301 getöteten Bergleute mit ihren Schmerzen weiterhin alleine sind, sind die Unternehmer frei und haben ihre Lizenz zum Bergaubtreiben zurück erhalten.

Sechs Jahre sind es her, dass bei einem verheerenden Bergwerksunglück in Soma bei Manisa 301 Kumpel ums Leben gekommen sind. Bereits im vergangenen Jahhr wurde der Vorstandsvorsitzender der Betreibergesellschaft der Kohlegrube „Soma Kömür İşletmeleri AŞ“ Can Gürkan aus der Haft entlassen wurde. Auch die Übrigen Verantwortlichen wurden durch das neue Strafvollzugsgesetz früher entlassen. Die Angehörigen der Opfer sind entsetzt.

Verantwortliche erhalten Lizenz zurück

Einer der Anwälte im Verfahren ist Evren İşler. Die Anwältin erinnert daran, dass im vergangenen Jahr das Urteil gegen die Betreiber vom Berufungsgericht bestätigt wurden – mit einem Unterschied: „Das Berufungsgericht hat zwar die Strafen für die Verantwortlichen bestätigt, aber das dreijährige Verbot des Bergbaus für das Unternehmen aufgehoben. Mit diesem Urteil wurde Can Gürkan freigelassen und ihm gesagt, er könne weiterhin Bergbau betreiben,“ so İşler.

Derzeit liegt der Fall dem Kassationshof vor. „In der Stellungnahme des Staatsanwalts im Kassationshof wird von „möglichem Vorsatz“ gesprochen. Andererseit wird dort gesagt, das Urteil sei richtig und müsse bestätigt werden. Wir warten auf das Urteil des Kassationshofs,“ sagte die Rechtsanwältin. Sollte der Kassationshof das Urteil bestätigen, würden alle Verurteilten wegen des neuen Strafvollzugsgesetz bis 2022 entlassen werden.

Stand des Verfahrens

Nach dem verheerenden Unglück wurden der Vorstandsvorsitzende der Soma Kömür İşletmeleri AŞ Can Gürkan, der Geschäftsführer Ramazan Doğru, die Direktoren und leitenden Angestellten Akın Çelik, İsmail Adalı, Ertan Ersoy und Mehmet Ali Günay Çelik festgenommen. Die erste Verhandlung fand am 13. April 2015 in Akhisar statt. Die Familien der Opfer hatten bei jedem Prozeszztag Gerechtigkeit gefordert.

Am 11. Juli 2018 wurde das Urteil in dem Verfahren gefällt. Fünf Verantwortliche wurden zu Haftstrafen zwischen 15 und 22 Jahren verurteilt. 9 Beschuldigte wurden unter Auflagen frei gelassen. 37 Verantwortliche, unter ihnen auch Alp Gürkan, wurden frei gesprochen. Can Gürkan wurde lediglich wegen Verfehlung zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Zudem bekam Gürkan das Verbot, drei Jahre lang keinen Bergbau mehr zu betreiben.

Das Bezirksgericht von Izmir (izmir Bölge Adliye Mahkemesi) hatte am 18. April die Strafen für die inhaftierten Beschuldigten bestätigt. Zudem hatten die Richter eine Ausreisesperre für Can Gürkan verhängt und seine Freilassung angeordnet. Zudem wurde das dreijährige Verbot des Bergbaubetirebs aufgehoben. Jetzt liegt der Fall vor dem Kassationshof.

Gedenkveranstaltungen verboten

Heute sollte an verschiedenen Orten den 301 Toten von Soma gedacht werden. In Ankara wurden die Gedenkveranstaltungen wegen der Corona-Pandemie verboten. Trotz Pandemie können die Kumpel in Soma und anderen Kohlegruben weiterarbeiten.

Keine Strafe für Yusuf Yerkel

Nach dem Bergwerksunglück hatte Erdoğan den Ort besucht. Sein Berater Yusuf Yerkel hat damals für ein Symbolfoto gesorgt. Wegen des Tritts eines Mannes auf dem Boden wurde bislang gegen Yerkel nichts unternommen.

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9-jähriger Ahmet Ataç stirbt nach Einlieferung in Intensivstation – Vater weiterhin im Gefängnis

Der neunjährige krebskranke Ahmet Burhan Ataç kämpfte seit 2 Jahen mit dem Krebs. Gestern Nacht ist er seiner Krankheit erlegen. Sein Vater und seine Mutter wurden nach dem Putschversuch im Rahmen der Ermittlungen gegen die Gülen-Bewegung festgenommen. Während der Vater Harun Reha Ataç noch im Gefängnis sitzt, konnte die Mutter Zekiye Ataç nach zweieinhalb Jahren raus.

Ahmet erkrankte an Krebs, als seine Mutter im Gefängnis saß. Der Junge erlangte Bekanntheit, weil er in einem Video erzählt hatte, dass er seine Krankheit gemeinsam mit seinem Vater besiegen wolle. Immer wieder hatte Ahmet darum gebeten, dass sein Vater bei ihm ist. Der Fall von Ahmet Ataç führte zu einer Solidaritätswelle in der Türkei. Insbesondere hatten sich die türkisch-armenische Friedensaktivistin Natali Avazyan und der Oppositionspolitker Ömer Faruk Gergerlioğlu (HDP) für die Familie eingesetzt. Die Regierung zeigte sich bis zuletzt hart und hatte dem Jungen seinen Wunsch verweigert.

Ahmet sollte ursprünglich in einer Spezialklinik behandelt werden. Weil seine Mutter das Land nicht verlassen durft, reiste der krebskranke Junge mit seiner Großmutter nach Deutschland. Die Therapie musste allerdings abgebrochen werden, weil das Kind es nicht mehr ohne seine Mutter ausgehalten hatte. Die Ausgangssperre wurde aber später aufgehoben, so dass er diesmal mit seiner Mutter in die Spezialklinik nach Köln ging. Dann war es aber schon zu spät und er Ahmer reiste mit seiner Mutter wieder in seine Heimat. Nur für wenige Stunde durfte der Vater aus dem Gefängnis zu seinem Sohn.

Nach dem sein Sohn gestern in die Intensivstation im Krankenhaus von Adana Balcalı eingeliefert wurde, hatte die Unterstützer der Familie den zuständigen Staatsanwalt gebeten, seinen Vater zu seinem Sohn zu lassen. Dieser sagte lediglich nur, dass er frühestens am nächsten Morgen aus dem Gefängnis rauskönnen. Bevor der Junge starb wurde blieb das Herz von Ahmet drei Mal stehen. Bis zu seinem Tod hatte der Junge trotz Atemgeräte Schwierigkeiten zu atmen. Der Vater durfte zur Beerdigung seines Sohnes.

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Dringender Aufruf von Künstlern zur Rettung von Ibrahim Gökçek

Dem Bandmitglied der linken Musikgruppe „Grup Yorum,“ Ibrahim Gökçek, geht es zunehmend schlechter. Der Mann befindet sich seit 322 Tagen im Todesfasten. Jetzt gibt es Unterstützung von Künstlern in den sozialen Medien.

Der Gesundheitszustand des Gitarristen der linken Musikgruppe Grup Yorum, Ibrahim Gökçek. Unter dem Hashtag #İbrahimÖlüyorYAŞAT (türk. Übersetzung: Ibrahim stirbt, lass ihn leben) versuchen zahlreiche Künstler in der Türkei Gökçek zu unterstützen, in dem sie Botschaften posten. Unter den Künstlern sind Meltem Cumhul, Hüseyin Turan, İlyas Salman, Ferhat Tunç, Haluk Tolga İlhan, Efkan Şeşen und Haluk Levent.

Der Schauspieler Ilyas Salman richtete seine Botschaft an das Justizministerium: „Wenn ihr Ibrahim leben lässt, werdet ihr nicht kleiner, sondern zeigt Größe.“ Der Sänger Haluk Levent teilte mir, er sei im Gespräch mit dem Innenministerium, damit Ibrahim Gökçek wieder Konzerte geben kann.

Auch Ferhat Tunç teilte mit, dass es Ibrahim Gökçek gesundheitlich sehr schlecht geht. „Weil wir das Leben lieben, wollen wir Ibrahim eine Stimme geben. Ibrahim möchte am Leben bleiben und in Freiheit Musik machen. Sein Zustand ist sehr schlecht. Die Zeit läuft ab. Wir haben es in der Hand ihn am Leben zu erhalten. Lasst uns ihm noch mehr Stimme geben,“ teilte der Sänger mit.

Besuch bei Familie von Gökçek  

Die Schriftsteller Temel Demirer, Sibel Özbudun und die Künstlerin Pınar Aydınlar haben die Familie von Gökçek besucht. „Wir stehen zu Ibrahim. Ibrahim ist seit 322 Tagen im Todesfasten, weil er wieder seine Lieder singen möchte. Er will wieder mit seiner Gitarre spielen (…). Sein Vater Ahmet soll wissen, dass wir von ganzem Herzen bei ihm sind,“ so Pınar Aydınlar.

3 Mitglieder von Grup Yorum waren im Mai 2019 in den Hungerstreik getreten. Erst vor wenigen Wochen waren die Bandmitglieder Helin Bölek uns Mustafa Koçak an den Folgen des Todesfastens gestorben.

Sie forderten die Aufhebung des Konzertverbots, die Freilassung inhaftierter Bandmitglieder und dass die Polizei keine Razzien mehr in ihren Kulturzentren durchführt.

Wir haben für Sie die Botschaften der Unterstützer für Ibrahim Gökçek zusammengefasst:

 

 

 

 

 

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